Leinenführigkeit

Leinenführigkeit – Gassi gehen ohne Stress

Leinenführung – So funktioniert‘s  

Du denkst, für einen gemütlichen Spaziergang mit deinem zukünftigen Hund brauchst du nur ein Halsband und eine Hundeleine und alles weitere klappt von alleine? Weit gefehlt! Einige Hunde – besonders ältere Hunde, die schon einmal Herrchen oder Frauchen hatten – hören zwar aufs Wort und dackeln beim Gassi gehen direkt gemütlich neben dir her, aber die meisten Hunde müssen erst trainiert werden. Besonders Welpen, aber auch Hunde von der Straße oder aus dem Tierheim neigen dazu, an der Leine zu zerren. Ein gemütlicher Spaziergang wird es eher nicht, wenn du ständig gegenhalten und dich durchsetzen musst.  

Mit der richtigen Technik schaffst du es aber schnell, dass dein Hund 

  • nicht mehr an seiner Leine zieht, 
  • auf dich hört, wenn du ihm etwas sagst, 
  • und auch ohne Rückzug versteht, dass er kommen soll. 

Leinenführigkeit trainieren – erste Schritte 

Du selbst kannst beim Spaziergang im Idealfall abschalten und deine Gedanken schweifen lassen. Die Sorgen des Alltags und den Ärger im Job vergisst du in der freien Natur ganz schnell. Aber was geht währenddessen im Kopf deines Hundes vor sich? 

Wenn er einen interessanten Geruch wahrgenommen hat, möchte er der Spur nachgehen und die Quelle ausfindig machen. Das kann ein anderer Hund sein, eine spannende Markierung, ein wildes Tier oder etwas ganz anderes. Er weiß und versteht nicht, dass du lieber nicht vom asphaltierten Weg herunter und im Matsch oder Wald umherlaufen möchtest. Er kann dir auch schlecht sagen, dass er gerade eine bestimme Richtung einschlagen möchte. Der einzig logische Weg für ihn ist, an der Leine zu ziehen und zu hoffen, dass du seiner Anweisung folgen wirst.  

Wenn du einen kleineren Hund hast, ist das Ziehen an der Leine noch gar nicht so schlimm. Ein paar Kilo Chihuahua, die von links nach rechts jagen, lassen sich verhältnismäßig leicht im Zaum halten. Anders sieht das bei einem größeren Hund, wie einem Golden Retriever aus und spätestens, wenn wir von Bulldoggen sprechen, wirst du zustimmen, dass ein an der Leine ziehender und zerrender Hund sehr anstrengend sein kann.  

Dass du von deinem Hund genervt bist, wenn er an der Leine zieht, geht in die andere Richtung genauso: Dein Hund findet es auch nicht witzig, dass er seinen Willen schwer bis gar nicht durchsetzen kann. Wenn ihr beide darin verharrt, eine Art Tauziehen mit der Leine zu veranstalten, wird die Anspannung zwischen euch nur immer größer – nicht gut für eure Bindung. Auf der Taktik des Ziehens zu beharren und zu hoffen, dass dein Hund irgendwann für immer aufgibt, ist also unsinnig. Eine sinnvolle Strategie muss her. 

Am besten ist es, wenn du so früh wie möglich mit dem Training für Leinenführigkeit mit deinem Hund beginnst und konsequent dabeibleibst. Welpen lernen (wie Menschenkinder) am schnellsten, aber auch wenn du einen schon älteren Hund adoptierst oder einen Hund trainieren willst, den du schon länger hast, ist Hopfen und Malz noch nicht verloren. 

Klar ausdrücken, Missverständnisse vermeiden 

Besonders junge Hunde und Welpen sind sehr neugierig und wissbegierig, aber auch ein erwachsener Hund lernt jeden Tag mit Freude neues – vorausgesetzt, er kann das Gelernte mit einem Erfolgserlebnis verknüpfen. Wenn dein Hund etwas gut und richtig macht, solltest du ihn deshalb ordentlich loben und gerade am Anfang zusätzlich mit einem Leckerli belohnen. Analog dazu musst du ihm auch zeigen, wenn er sich falsch bzw. unerwünscht verhält. Wenn du auf beide Verhaltensweisen gleich reagierst, kann dein Hund den Unterschied nicht einschätzen und missversteht das als ein „Es ist egal, was du machst. Du musst deinem Hund eindeutig beibringen, was du dir von ihm wünscht und was nicht.  

Wenn du die Tricks und das richtige Training erstmal kennst und konsequent umsetzt, wirst du schnell Erfolge erleben. Dann spaziert dein Hund zukünftig gemütlich neben dir her, bleibt nicht wahllos an Blumen stehen, um zu schnüffeln, und zerrt nicht wie ein Berserker an der Leine. Es liegt aber an dir, ob du deinem Hund klare Anweisungen gibst, die er verstehen kann und eine Linie fährst oder ob du das Training schleifen lässt. 

Wenn der Hund ungeduldig an der Leine ist 

Hält dein Hund beim Gassi gehen oft an und schnüffelt? Das sind entweder seine Instinkte oder pure Neugierde. An Blumen, Bäumen und Böden zu schnüffeln ist für deinen Hund wie für dich das Lesen einer Tageszeitung. Prinzipiell ist daran also nichts auszusetzen. In erster Linie solltest aber immer du die Richtung und das Tempo des Spaziergangs vorgeben. Schließlich hast du nicht immer Zeit für eine ausgedehnte Runde und musst deinen Hund auch vor Gefahren schützen. 

Das Gegenteil vom Stehenbleiben und schnüffeln ist das an der Leine zerren oder häufige und plötzliche Wechseln der Richtung. Dann hat er von etwas die Fährte aufgenommen. Abhängig davon, was für eine Tagesstimmung dein Hund hat, ob er sehr oder wenig konzentriert und geduldig ist, müde oder euphorisch, wird er stärker oder weniger stark an der Leine ziehen. Dein Hund kann eben auch von dir genervt sein, wenn du entweder zu schnell an spannenden Blumen vorbei gehst oder im Gegenteil endlos bummelst. 

Die Hundeleine – Keine Führungshilfe, sondern Sicherheit 

Entgegen der allgemeinen Vermutung führst du deinen Hund nicht mit der Leine. Klar, die meisten denken, die Hundeleine ist der verlängerte Arm des Menschen, aber das ist falsch. Tatsächlich führst du deinen Hund mit deiner Stimme und deiner Körpersprache. Die Leine dient nur als Sicherheit, damit dein Hund nicht plötzlich auf die Straße vor ein fahrendes Auto läuft. Sie sollte nicht auf Spannung sein, sondern locker zwischen dir und deinem Hund hängen. Deshalb solltest du auch nicht an der Leine ziehen. Dein Hund hält sie sonst nämlich auch für eine Führungshilfe. Die optimale Hundeleinenlänge für das Leinenführigkeitstraining beträgt drei Meter. Je besser das Training läuft und je weiter ihr vorangeschritten seid, desto kürzer kannst du die Leine nehmen. 

Leinenführigkeitstraining – Basics und Belohnungen  

Das Training macht deinem Hund am meisten Spaß und hat den größten Effekt, wenn du ihn für richtiges Verhalten belohnst. Das nennt sich positive Verstärkung. Wenn auf deine Fellnase ein Leckerchen oder eine andere Belohnung wartet, ist er direkt stärker bemüht, das gewünschte Verhalten umzusetzen. Außerdem setzt du damit ein eindeutiges Zeichen: Belohnung bedeutet, er hat sich gut und richtig verhalten und keine Belohnung bedeutet, er hat es nicht geschafft. Eigentlich ganz logisch und simpel. Bring deinem Hund bei, dass Leinenführigkeit etwas Schönes und Positives sein kann! Ein angenehm gestaltetes Training stärkt eure Bindung und euer Vertrauen zueinander.  

Zu Beginn eures Trainings ergibt es Sinn, mit einem Hundegeschirr zu arbeiten. Das sorgt für eine bessere Verteilung der Zugkräfte als ein Halsband plus Leine und entlastet damit den Nacken und Hals deines Hundes. Außerdem gibt ein Hundegeschirr dir bessere Kontrolle in der Steuerung. Übt die Leinenführigkeit unbedingt an einem ruhigen Ort, an dem dein Hund nicht abgelenkt wird und sich auf dich konzentrieren kann. 

Das Training beginnt 

Zeige deinem Hund eindeutig, dass ihr jetzt mit dem Training beginnen wollt, indem du ihm noch drinnen ein Startkommando gibst. Wenn er direkt auf deine linke Seite geht, also verstanden hat, was du von ihm willst, musst du ihn direkt belohnen. Tut er das nicht, bleibst du einfach mit ihm angeleint stehen und wartest. Das wird ihn irritieren und seine Aufmerksamkeit wecken. Bekommt er es nicht von allein hin, kannst du deinen Hund selbst auf deine linke Seite bringen. 

Das Schritt-für-Schritt-Training 

  1. Platziere deinen Hund links von dir und halte die Leine in der rechten Hand. 
  2. Überlege dir vorab ein akustisches Signal und halte ein Leckerchen in der rechten Hand bereit. 
  3. Wenn dein Hund auf das Signal reagiert und dich anschaut, lockerst du die Leine und erteilst ein Kommando (z.B. „Bei Fuß“).  
  4. Führt dein Hund das Kommando wie gewünscht um, erhält er das Leckerli. 
  5. Gehe in die entgegengesetzte Richtung, wenn die Aufmerksamkeit deines Hundes nachlässt. 
  6. Schenkt er dir dann wieder Aufmerksamkeit, kannst du ihm ein neues Kommando geben. 
  7. Die korrekte Ausführung des Kommandos wird wieder mit einem Leckerli belohnt.  

Die Methode des Richtungswechsels nimmt deinem Hund das Gespür dafür, in welche Richtung ihr zwei allgemein geht. Er ist dann verunsichert. Dadurch, dass du das Ruder übernimmst und ihm zeigst, wo es langgeht, nimmst du ihm die Unsicherheit und zeigst ihm, wer die Richtung vorgibt. Dein Hund merkt dadurch, dass er dir vertrauen und sich auf dich verlassen kann und folgt dir bereitwilliger. 

Beim Training nicht an der Leine ziehen 

Das beschriebene Training liest sich leicht, aber die Umsetzung kann langwierig und nervenaufreibend werden. Vermeide jegliche Form von Aggression, wenn es nicht so läuft wie du es dir wünschst und unterlasse es beim Training, an der Leine zu ziehen. Du kannst von deinem Hund nicht erwarten, dass er das Konzept der Leinenführigkeit sofort versteht und sich ändert. Plane einen längeren Zeitraum und viele Trainingswiederholungen ein. Die Geduld lohnt sich, denn irgendwann bedeutet der Spaziergang für euch beide nur noch Freude und Entspannung.  

Voraussetzung für ein erfolgreiches Leinenführigkeitstraining ist ein natürlicher und friedlicher, aber auch verständnisvoller Umgang zwischen Hund und Besitzer. 

1 Kommentar zu „Leinenführigkeit – Gassi gehen ohne Stress“

  1. Excellent read, I just passed this onto a friend who was doing some research on that. And he just bought me lunch since I found it for him smile Thus let me rephrase that: Thank you for lunch! “No one can wear a mask for very long.” by Seneca.

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