Hundehaltung in der Mietwohnung

Hundehaltung in der Mietwohnung

Du möchtest einen Hund bei dir aufnehmen, lebst aber nicht einem Haus mit Garten? Das muss für einen Hund nicht per se schlimm sein. Auch ein in einer Wohnung lebender Hund kann glücklich und ausgelastet sein. Wichtig ist aber, dass dein Vermieter von der Hundehaltung weiß und diese ausdrücklich erlaubt.  

Ein Garten ersetzt weder Spaziergänge noch Beschäftigung mit dem Hund 

Viele denken, ein Hund ist glücklicher, wenn er in einem Hund mit Garten lebt. Klar, ein Garten ist an sich toll und bietet viele Vorteile, aber wenn ein Hund sich dort komplett selbst überlassen wird und keine Abwechslung bekommt, ist er kaum interessanter als eine Wohnung. Ein Garten ersetzt auch keinen Spaziergang – dein Hund würde darin kaum von alleine die ganze Zeit auf und ab gehen. Die Vorstellung, dass (größere) Hunde nicht in einer Mietwohnung gehalten werden sollten, hält sich dennoch in vielen Köpfen hartnäckig.  

Hunde schlafen und dösen rund 16 – 20 Stunden pro Tag, je nach Rasse und Alter des Hundes. In der restlichen Zeit braucht er viel Auslastung. Die Ansprüche deines Hundes hängen aber weniger von seiner Größe ab, sondern vielmehr von seinem Temperament und Arbeitsdrang. Denke z.B. an einen quirligen kleinen Jack Russell und im Vergleich dazu an eine gemütliche Englische Bulldogge.  

Arbeitshunde-Rassen haben zumeist eine recht genaue Vorstellung, welche Art der Auslastung sie benötigen. Für die meisten nicht-Arbeitsrassen gilt: Wenn dein Hund sich zumindest einmal am Tag draußen richtig auspowern kann, dich viel im Alltag begleitet und/oder im Haus zusätzlich kleine Denk- und Suchspiele geboten bekommt, ist er ausreichend ausgelastet und damit in der Wohnung zufrieden und ruhig. So passt auch ein großer Hund problemlos in eine kleine Wohnung. 

Allerdings sollte deine Wohnung groß genug sein, dass dein Hund mindestens einen, am besten aber mehrere Rückzugsorte hat. Wenn du allein lebst, kann ein Körbchen schon ausreichen, aber in einem lauten Haushalt sollte ein ganzer Raum existieren, indem dein Hund zur Ruhe kommen und sich zurückziehen kann. 

Im Alter fällt das Treppensteigen nicht mehr leicht 

Was du aber unbedingt bedenken solltest, wenn du einen Hund in der Wohnung halten willst, sind Treppen. Treppen steigen ist für Hunde auf Dauer nicht gut und fördert Probleme wie Arthrose. Spätestens im Alter kann dein Hund dann vielleicht nicht mehr selbst die Treppen nehmen. Denke deshalb frühzeitig daran, dir einen Hund zuzulegen, den du im Zweifel mehrmals täglich die Treppen hinauf und hinunter tragen kannst. Besser ist es natürlich, wenn du im Erdgeschoss lebst oder dein Wohnhaus einen Fahrstuhl hat. Das Fahrstuhl fahren musst du einem Hund zwar auch erst beibringen (Viele Hunde finden das zu Beginn etwas unheimlich.), aber langfristig ist es die bessere Option für ihn. 

 Territorialverhalten 

Einige Hunde neigen zu territorialem Verhalten, das sich nicht auf deine Wohnung beschränken muss, sondern auch das Treppenhaus und das angrenzende Grundstück einschließen. Für den Hund ungewöhnliche Geräusche, die aber in Wahrheit gar nicht gefährlich sind, können seinen Wachtrieb wecken und zu ständigem Gebell führen. Das stresst deinen Hund und nervt dich und deine Nachbarn. Für die Wohnungshaltung solltest du deshalb einen Hund nehmen, der keiner territorialen Rasse angehört. 

Welpen in der Wohnung 

Viele Menschen möchten ihren Hund gerne von Anfang an bei sich haben. Einerseits weil man zu einem Welpen ohne Vorbelastung sehr gut eine Bindung aufbauen kann und er schnell lernt und andererseits, weil Welpen einfach unfassbar niedlich sind. Einen Welpen in der Wohnung zu halten, bringt aber einiges an zusätzlichen Herausforderungen mit sich. 

Kein Welpe wird von Beginn an stubenrein sein. Wenn du mit ihm die Stubenreinheit übst und merkst, dass er mal muss, kann er nicht lang genug anhalten, bis du deine Schuhe angezogen und mit ihm ein paar Stockwerte herunter und ins Freie gelaufen bist. Die Chancen stehen also sehr gut, dass dein Hund in die Wohnung oder unterwegs ins Treppenhaus macht. Das ist für dich recht stressig und für deinen Vermieter und deine Nachbarn mehr als ärgerlich. 

Einen Welpen kannst du auch nicht direkt mehrere Stunden am Stück allein lassen. Er hat sehr kurze Schlaf-Wach-Phasen und wacht mehrmals auf, wenn du länger weg bist. Während er wach ist, setzt sein Tatendran ein und er beschäftigt sich mit allerlei Sachen, die du ihm noch nicht abtrainiert hast: Fußleisten ankauen, Fasern aus dem Teppich ziehen, Jaulen. Auch das ist alles unschön für deinen Vermieter und deine Nachbarn. 

Das bedeutet nicht, dass du auf einen Welpen verzichten musst, wenn du in einer Wohnung wohnst. Sei dir aber der besonderen Umstände bewusst und versuche, mögliche Stolpersteine möglichst aus dem Weg zu räumen. Nimm dir zum Beispiel die ersten Wochen frei, um sie mit deinem Welpen zu verbringen und ihn langsam an alles zu gewöhnen. 

Darf der Vermieter Haustierhaltung verbieten? 

Es ist gar nicht so einfach eine Wohnung zu finden, in der Hundehaltung erlaubt ist. Das liegt meistens entweder daran, dass Vermieter bereits schlechte Erfahrungen mit Vormietern gemacht haben, die einen Hund hatten, oder daran, dass sie einfach davon überzeugt sind, dass es früher oder später zu Problemen kommen würde. Ein Hund kann Böden zerstören und Nachbarn durch lautes Bellen stören. Außerdem sind Angst vor Hunden und Tierhaarallergien weit verbreitet. 

Es gibt aber nicht wirklich ein Gesetz, dass die Haltung von Hunden verbietet oder erlaubt. Tierhaltung gehört zum Teil der Lebensführung und ist deshalb eine vertragsmäßige Nutzung einer Wohnung. Allerdings stehen deinen Interessen als Mieter auch immer die Interessen deiner Nachbarn und deines Vermieters gegenüber. Dein Vermieter darf deshalb in den Mietvertrag eine Klausel einfügen, laut der du keinen Hund in der Wohnung halten darfst. Falls du mit so einem Fall vor ein Gericht ziehen willst, kann es sein, dass zu deinen Gunsten entschieden wird – sicher ist das aber nicht. Deshalb empfiehlt es sich eher, das Gespräch mit deinem Vermieter und deinen Nachbarn zu suchen, wenn du trotz einer Klausel gerne einen Hund haben möchtest. 

Was dein Vermieter in nahezu jedem Fall erlauben muss, ist ein Hund, den du wegen einer Erkrankung brauchst, also z.B. einen Blindenhund oder einen Servicehund. Aber auch mit so einem Fall solltest du den Gang vor ein Gericht nur dann wagen, wenn ein vernünftiges Gespräch gescheitert ist. 

Überzeuge deinen Vermieter von einem Hund 

Wenn dein Mietvertrag eine Klausel enthält, laut der Haustiere nur nach Absprache erlaubt sind, hast du gute Chancen, deinen Vermieter von einem Hund zu überzeugen. Du kannst ihn z.B. schon einmal positiv stimmen, indem du ihm ein Foto von dem Hund zeigst, den du gerne bei dir aufnehmen möchtest. Außerdem kannst du deinen Vermieter direkt von deinem Verantwortungsbewusstsein überzeugen. Zeige ihm, dass du dich mit den Hürden der Wohnungshaltung auseinandergesetzt hast und erkläre ihm, wie du sie vermeiden möchtest.  

Falls du mit deinem Hund in eine neue Wohnung ziehen willst, kannst du außerdem deinen bisherigen Vermieter und deine Nachbarn darum bitten, dir zu bescheinigen, dass es keine Probleme gab. Das kann deinem neuen Vermieter einige Bedenken nehmen und ihn positiv stimmen. 

Wird ein Hund erlaubt, ist ein zweiter Hund nicht automatisch auch willkommen 

Halte es unbedingt schriftlich fest, wenn dein Vermieter dem Hund zugestimmt hat, damit er es sich nicht noch einmal anders überlegt und du in eine doofe Situation gerätst. Dein Vermieter kann die Erlaubnis aber auch wieder zurückziehen, wenn dein Hund eine starke Beeinträchtigung darstellt. 

Läuft alles mit deinem Hund gut und du möchtest gerne einen weiteren Hund aufnehmen, kannst du aber nicht davon ausgehen, dass das in Ordnung ist. Und: Nur weil dein Nachbar einen Hund hat, heißt das nicht automatisch, dass du dir auch einfach einen anschaffen kannst. Sprich in jedem Fall lieber vorab mit deinem Vermieter. 

Wenn du dir entgegen eines Verbots heimlich einen Hund anschaffst, kann es gut sein, dass du vor Gericht verlierst und den Hund wieder abgeben musst. Sollte dein Vermieter vehement gegen die Hundehaltung sein, lohnt sich ein Wohnungswechsel für dich deshalb eher.  

1 Kommentar zu „Hundehaltung in der Mietwohnung“

  1. Was mir zu dem ganzen noch eingefallen ist ist das Argument das ein Hund im Haus auch ein guter Wachhund sein kann. Denn schließlich ist es ja auch im Interesse des Vermieters das Einbrecher dem Haus fern bleiben. Das währe zumindest noch ein Argument um den Vermieter davon zu überzeugen einen Hund halten zu dürfen.

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